Der Mensch und die Zeit: Ein Essay by Rudolf Wendorff (auth.)

By Rudolf Wendorff (auth.)

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55 Der Blick iiber die ganze Zeitspanne des eigenen Lebens ist nieht so selbstverstandlieh, wie es uns heute im Rahmen der westlichen Zivilisation erscheint. Nieht zu allen Zeiten und nieht in allen Kulturen war es "normal", sein eigenes Lebensalter zu wissen. Der Tag der Geburt und das genaue Alter wurden vielfach nicht dokumentiert, weil solche Daten belanglos waren, weil es noch keine Kalender gab oder diese fUr den individuellen Lebenslauf keine Rolle spiel ten. Private Lebensdaten waren in dem Mcille unwichtig, wie das Leben des einzelnen in das von Familie und Stamm eingebettet war und dort seine Sinnerfiillung fand.

Man mufSte sich nun damit abfinden, daIS es in der Zeit uber die von Menschen wahmehmbaren Zeitteilchen hinaus eine exakt mefSbare Mikrodimension gab, auf die die Wissenschaft nicht verzichten konnte. Die Psychologie suchte Formeln, urn das zu bestimmen, was noch als kleinste "Gegenwart" erlebt und ins BewufStsein aufgenommen werden konnte. In diesem Sinne sprach urn 1900 der Psychologe William Stem von der "Prasenzzeit" als einer gewissen kleinen Zeitstrecke, die benotigt wird, urn das BewufStsein von Gegenwart zu reflektieren, urn einen Zeitmoment mit RealiUit zu erfUllen.

Es handelt sich um eine Grundvorstellung zunachst formaler Art, die mit gewissen Naturerscheinungen und Lebenserfahrungen korrespondiert, und die wir deshalb in verschiedensten Kulturen und 34 Epochen finden. Nietzsches Idee von der Ewigen Wiederkehr oder Spenglers Theorie der getrennten Kulturkreise mit ihren kreisartigen Ablaufen bis zu ihrem jeweils vorbestimmten Erloschen sind keine grundsatzIich neuen Gedanken; neu waren sie als Ausdrucksformen eines intensiv erlebten spontanen Protestes gegen die moderne Vorherrschaft des linearen ZeitbewufStseins, gewissermaf5en romantisch-konservative Reaktion gegeniiber einem Iinearen, aIlzu optimistischen Fortschrittsglauben.

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